Ralph
Beerkircher kenne ich seit 1988. Wir studierten beide in Aachen
Klassik und stellten schnell fest, dass wir ein gemeinsames Faible
haben: Improvisierte Musik
Fast zehn Jahre später formierte Ralph sein Quartett
.Roland Höppner
und Volker Heinze waren ausserdem dabei und sind es bis heute geblieben.
2001 haben wir die CD "morphin" aufgenommen.
Die ausschliesslich von
Ralph komponierte Musik ist mir im Laufe der Zeit sehr ans Herz
gewachsen, weil es ihm auf für mich bespiellose Art und Weise
gelingt, eine Brücke zwischen vollständig notierter, mit
quasi kammermusikalischem Gestus vortgetragener Musik und einer
gestalterischen Offenheit zu bauen, die es für Spieler und
Hörer sehr spannend macht den spontanen, improvisierten Anteil
mit der strengen "Schreibe" des Komponisten zu verweben.
An dieser Stelle vielleicht
noch zwei Pressestimmen zum Ralph Beerkircher Quartett:
"Wer Lust auf Atemberaubendes,
Überraschendes aus der eigenen Szene hat, sollte sich nicht
scheuen, möglichst in viele der Neuerscheinungen, zumal der
rheinischen Szene, hineinzuhören. Die improvisierte Musik der
jungen Leute ist in unaufhörlicher Bewegung und schafft immer
Neues zu Tage. Man beginne mit Ralph Beerkircher und "Morphin",
einer neuen Meistertat des kleinen, aber feinen Labels NRW-jazz
aus Essen. Mit selten klarer Struktur und gleichzeitig außerordentlich
dynamisch präsentiert sich das aus Köln stammende Quartett
des Gitarristen Ralph Beerkircher. Seiner außergewöhnlichen
kompositorischen Schreibweise merkt man seine breiten, in die Nähe
der Neuen Musik reichenden Grundlagen an. Verzwickte, aber immer
nachvollziehbare Ansätze die sich nicht scheuen, in mitreißenden
Funk oder dahingleitenden Swing auszubrechen, das sind besondere
Qualitäten dieser Aufnahme. Herausragend auch Beerkirchers
Kommunikation mit dem Tenor- und Sopransaxophon von Claudius Valk.
Er ist eine besondere Erscheinung auf der neuen Szene, was bereits
durch etliche CDs und Auftritte belegt wurde. Bassist Volker Heinze
und Schlagzeuger Roland Höppner bilden das zweite Duo in diesem
Quartett der vielen dynamischen Ideen und Klänge."
(Hansjürgen von Osterhausen in JAZZPODIUM)
...da
orientiert sich der Gitarrist Ralph Beerkircher zum Teil an der E-Musik-Avantgarde,
an Webern, Berg und anderen. Das formal strenge Wiener Feingebäck
überzieht Beerkircher indes mit einer dicken Improvisations-Glasur
(....) diese individuelle Verbindung von Stilen hebt sich wohltuend
von der Belanglosigkeit anderer Mixturen ab. Was heute noch elektrisiert
ist offenbar der richtige Mix-Kick. Beerkirchers Koordinatensystem
funktioniert in musikalischen Innenräumen: Da kreuzen und überschneiden
sich Linien, verdichten sich, das Bewusstsein der Moderne äußert
sich in permanent changierendem Zusammenspiel. Gleichwohl bricht das
Quartett aus: Beerkircher in breitflächigen Schwebungen des Gitarrentons,
Claudius Valk (Saxofone) in wacher Intensität, dazu die dunkel
swingenden und trocken verspielten Beigaben von Volker Heinze (Bass)
und Roland Höppner (Schlagzeug). Es geht voran.
(Kölner Stadt-Anzeiger)