LCE
Low Cut Experience

Claudius Valk / Norbert Scholly / Daniel Schroeteler

 
   

Die Idee ein Programm für eine basslose Band mit Gitarre zu schreiben habe ich seit einigen Jahren. Mich fasziniert die Vielzahl der Möglichkeiten, die dieser offene Klangkörper bietet, die Herausforderung musikalische Rollen und Funktionen zu tauschen, neu und ungewöhnlich zu besetzen. Bei einem Benefizkonzert für den schwer erkrankten Kölner Vibraphonisten Christoph Eidens hat sich fast zufällig solch ein Trio zusammengefunden. Die Chemie hat so gut gestimmt, dass völlig klar war, an genau dieser Stelle muss weitergearbeitet werden. Die Aufnahmen für unsere erste Cd sind gemacht und können hoffentlich bald veröffentlicht werden. (Hörbeispiel)

 

 

 

Presseinfo:

Mit "tribute to cole" begegnet L C E der Musik des Komponisten Cole Porter mit dem Anspruch dieser ein neues Gewand zu geben und sie in ein zeitgenössischeres Licht zu stellen. Kompositorische und improvisative Bearbeitungen des Liedmaterials in Umgestaltung von „Form und Farbe“ zeichnen neue Konturen, heben bestimmte Aspekte des Originals hervor, verwischen andere. es entsteht etwas, das Bekanntes in ein, mitunter andersfarbiges Licht gestellt, neuerscheinen lässt. Die recht ungewöhnliche Jazztrio-Besetzung verzichtet bewusst auf tiefe Instrumente und entwickelt so eine eigenwillige Klangästhetik, die durch ihren offenen, luftigen Charakter viel raum für kompositorische Detailarbeit, Improvisation und Kommunikation schafft, als Grundlage für die Suche nach unentdeckten Farben und Formen in der grossartigen Musik des Komponisten Cole Porters

Review Kölner Stadtanzeiger

 

 
   

Review Rheinische Post, Klaus M.Schmidt:

Der Kölner Saxophonist Claudius Valk erfindet mit seinem Trio im "Klöske" den Musicalkomponisten Cole Porter neu. Wer sich für Jazz interessiert, der stößt irgendwann auch auf Cole Porter. Er war zwar kein Jazzmusiker, sondern Musicalkomponist, doch an seinen Songs haben sich Generationen von Jazzmusikern abgearbeitet. Claudius Valk und sein Trio Low Cut Experience sind jetzt mit einem Cole-Porter-Programm auf Tour, doch vergleichsweise simple
Mainstream-Arrangements spielen sie nicht. Der Kölner Saxophonist und Klarinettist nimmt Porters Melodien vielmehr zum Anlass, zeitgenössische Musikbilder zu kreieren. Im Rittersaal des Vereins Schlaraffia, im Uerdinger Klöske, konnten jetzt Krefelder Jazzfans die Valk Bearbeitungen hören, trotz sehr guten Wetters hatten sich doch einige dorthin aufgemacht. Valk und sein Trio zeigten sich in der vielleicht etwas ungewohnten Atmosphäre äußerst spielfreudig. Norbert Scholly bedient in diesem Trio die halbakustische E-Gitarre, außerdem versteht er es sehr gut, mit dem Sequencer umzugehen. Immer wieder nimmt er sogenannte Loops (Endlosschleifen) von seinem Spiel auf. Die dienen ihm dann teils zur Begleitung, manchmal legt er aber auch so viele Loops übereinander, dass daraus minimalistische Klanwelten entstehen. Das Schlagzeug Daniel Schrötelers lenkt einen optisch zunächst auf eine
falsche Fährte. Mit seiner großen Bassdrum und darauf montierter Kuhglocke erinnert es an die gute alte Swingzeit, doch entpuppt sich Schröteler schnell als ein Schlagwerker, der eher aus der Szene der freien Improvisation kommt. Kaum einmal bedient er sein Instrument mit zwei
gleichen Werkzeugen, meist sind es verschiedene wie etwa Besen und Schlegel. So entstehen allein schon ungewöhnliche Sounds. Valk, der schon oft in Krefeld spielte, muss hier eigentlich nicht näher vorgestellt werden. Aber jetzt überraschte er einen doch wieder, allein schon durch die Vielzahl der Instrumente, die er bei diesem Programm gleichermaßen virtuos bedient: Tenor- und Sopransaxophon, Klarinette und Bassklarinette. Am beeindruckendsten geriet eine lange Solopassage auf dem Tenor, bei der er die ganze Bandbreite seiner Möglichkeiten aufblitzen ließ. Vom süffigen Jazzsound bis zur neuzeitlichen Klangerzeugung war da alles zu
hören. Auch die Porter-Bearbeitungen Valks leben von vielen, teils schroff aufeinander treffenden Gegensätzen. Lyrische Momente wechseln mit dramatischen, zarte Balladen treffen auf schweren Art-Rock. Gängige Songformen kommen zwar auch vor, wirken aber dann wie ein Zitat, oft gibt es dafür lange modale Improvisationen. In einem Stück verfremdet Valk ein Porter Thema auch mit der Zwölftontechnik. Da ist spannende Musik entstanden, die man aber nicht nur als Hommage an Porter hören kann. Valk hat vielmehr eigenständige Kompositionen geschaffen.

 
   
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